Worum geht es hier?

Ein solarer Strahlungssturm tritt häufig nach großen Eruptionen auf der Sonne auf, wenn Protonen mit sehr hohen Geschwindigkeiten, manchmal bis zu mehreren 10.000 km/s, ins All geschossen werden. Diese Strahlungsstürme können die Entfernung zwischen Sonne und Erde in nur 30 Minuten überbrücken und mehrere Tage andauern.

Die S-Skala

Auch hier verwendet die NOAA (wie bei Sonneneruptionen) wieder ein fünfstufiges System, um den Schweregrad anzugeben. Die Skala geht von S1 bis S5, wobei S1 die niedrigste Stufe ist. Jeder S‑Stufe ist ein pfu-Schwellenwert (particle flux units) zugeordnet. Zum Beispiel: Die S1-Stufe eines Sonnensturms ist erreicht, wenn der 10-Megavolt-pfu-Wert in geostationärer Satellitenhöhe einen Wert von 10 erreicht. Wichtig ist, dass die Schwellenwerte einem Logarithmus entsprechen und ein moderates Protonenereignis (S2) erst eintritt, wenn der Protonenfluss 100 pfu erreicht hat.

S-Skala
Beschreibung
Particle Flux Units
pro Zyklus
S1
Gering
101
50
S2
Moderat
102
25
S3
Stark
103
10
S4
Schwer
104
3
S5
Extrem
> 105
< 1

Proton Flux (3 days)

10 MeV
Max.: loading… pfu
Latest: loading… pfu
50 MeV
Max.: loading… pfu
Latest: loading… pfu
100 MeV
Max.: loading… pfu
Latest: loading… pfu
500 MeV
Max.: loading… pfu
Latest: loading… pfu
Last Update: --:-- UTC

Probabilities

Low Medium High
--.--.
--.--.
--.--.
10 MeV S1
loading…
loading…
loading…
loading…

Hinweis: Die S-Skala des Diagramms basiert auf den 10MeV-Wert, während die Übersicht darüber eine individuelle Berechnung hat. Die Farben der jeweiligen S-Stufen bleiben gleich.

Gefahren durch Strahlungsstürme

Aufgrund von Strahlungsstürmen müssen transpolare Flüge manchmal umgeleitet oder gestrichen werden, da die Passagiere sonst einer zu hohen Strahlung ausgesetzt sind. Die Protonen, die für einen Sturm verantwortlich sind, stellen aber auch eine Gefahr für Astronauten dar, insbesondere bei ihren Aktivitäten außerhalb der Raumstation (Weltraumspaziergänge). Satelliten im Weltraum sind ebenfalls anfällig: Die Effizienz von Solarmodulen wird beeinträchtigt, es kann zu Fehlfunktionen der Bordelektronik kommen und außerdem kann ein Rauschen in Stern-Tracking-Systemen entstehen.

Funkausfälle durch Strahlungssürme

In arktischen Breiten kann die Hochfrequenz (HF)-Funkkommunikation problematisch oder sogar unmöglich werden. Die Protonen dringen in die Magnetosphäre ein und werden an den Magnetfeldlinien entlanggeleitet, wobei sie in der Nähe des Nord- und Südpols in die Atmosphäre eindringen. Genau wie bei Sonneneruptionen wird die D‑Schicht ionisiert und somit verhindert, dass die HF-Funkwellen die viel höher gelegenen atmosphärischen Schichten erreichen. Solche Funkausfälle werden als Polkappen-Absorptionsereignisse (PCA) bezeichnet und haben die Folge, dass auf den transpolaren Strecken wenig bzw. gar kein HF-Funkverkehr möglich ist.

Strahlungssturm der Stufe "S4" und Live-Daten
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