Sonneneruptionen
Eine Sonneneruption ist eine riesige Explosion auf der Oberfläche der Sonne, welche auftritt, wenn sich Magnetfeldlinien von Sonnenflecken kurzschließen. Dadurch wird magnetische Energie freigesetzt, welche man mit Millionen gleichzeitig explodierenden Atombomben vergleichen kann. Das Sonnenplasma wird in wenigen Minuten auf viele Millionen Grad erhitzt und Strahlung von Radiowellen bis hin zu Röntgen- und Gammastrahlen kann ebenfalls ausgesendet werden.

GOES-18 Röntgenfluss

GOES-18 Röntgenfluss (0.1–0.8 nm)

Sonneneruptionen werden durch ihren Spitzenfluss in Watt pro Quadratmeter gemessen und in A, B, C, M und X-Flares klassifiziert. Dies geschieht mit einem Instrument an Bord des Geostationary Operational Environmental Satellite (GOES), der sich in einer geostationären Umlaufbahn in 36.000 km Höhe an einem festen Ort über dem Pazifischen Ozean befindet. Die Klassen sind logarithmisch aufgebaut, wobei jede Klasse 10-mal stärker als die vorhergehende und in neun Unterkategorien aufgeteilt ist. Zum Beispiel: A1 bis A9, B1 bis B9, usw. Geplant waren auch Y und Z-Flares, wenn X10 oder stärkere Eruptionen gemessen werden. Diese wurden jedoch nie verwendet, da die Wissenschaftler bei der X-Klasse blieben, um sehr große Eruptionen zu kennzeichnen (z.B. die X40 Eruption vom 4. November 2003, die nicht als Y4 benannt wurde).

GOES-19 Röntgenfluss

GOES-19 Röntgenfluss (0.1–0.8 nm)

Sonneneruptionen der M-Klasse sind mittelgroße Sonneneruptionen und verursachen kleine bis mäßige Funkausfälle auf der Tageslichtseite der Erde. Bei starken oder lang andauernden Sonneneruptionen können diese auch einen koronalen Massenauswurf auslösen, welcher zu mittleren geomagnetischen Bedingungen führen kann.

Die größten Sonneneruptionen sind die X-Flares, welche im Durchschnitt etwa 12-mal im Jahr auftreten und für starke bis extreme Funkausfälle auf der Tageslichtseite der Erde sorgen. Dabei sind koronale Massenauswürfe möglich, die einen schweren bis extremen geomagnetischen Sturm auslösen können. Manchmal gibt es auch starke Strahlungsausbrüche, welche einen langanhaltenden Strahlungssturm verursachen.

Hinweis: Einen Monat vor und nach der Tagundnachtgleiche gibt es täglich kurze Abschnitte, in denen die geostationären Satelliten im Schatten der Erde stehen und dadurch die Sonne nicht mehr sehen können. Um diesen Zeitraum trotzdem abzudecken, sind auf dieser Seite zwei Datensätze eingeblendet, welche unterschiedliche Eclipse-Zeiten haben.